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09. April 2018

Das Speichern von Strom ist ein Baustein für die Energiewende - Batterietag gibt viele Impulse!

Ob bei der Mobilität oder in der Stromversorgung – überall spielen Speichertechnologien eine immer größere Rolle. Der zweite „Batterietag“ von renergie Allgäu gab viele Impulse und Denkanstöße für moderne, effiziente und gleichermaßen wirtschaftlich wie ökologisch interessante Entwicklungen auf diesem Gebiet. Neun Referenten aus Forschung und Industrie stellten neueste Erkenntnisse und Angebote im Bereich mobiler und stationärer Speicheranlagen unterschiedlichster Größen vor.

„Die Batterietechnik ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Energiewende“, eröffnete Thomas Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des veranstaltenden Vereins renergie Allgäu, den Fachtag vor rund 30 interessierten Teilnehmern. Die Mobilität der Zukunft, so die Prognose des Energieberaters, funktioniere „entweder elektrisch oder gar nicht mehr“. Wobei der Strom mehr und mehr aus Erneuerbaren Quellen gewonnen werden müsse, wie Richard Mair, Gründer und Geschäftsführer von renergie Allgäu, ergänzte.

Von der Energiewende im Kleinen, nämlich im eigenen Mikronetz, sprach Florian Weh. Der Projektleiter von renergie Allgäu arbeitet bereits seit 2009 an neuen Vermarktungsmodellen für Betreiber, deren regenerative Stromerzeugungs-Anlagen in wenigen Jahren aus der EEG-Vergütung fallen. Seine Vorschläge und Angebote für die „Zeit danach“ reichten vom Eigenverbrauch über die Direktvermarktung bis hin zu Mieterstrommodellen.

Die Dienstleistung des Vereins umfasst dabei auch die Kontrolle aller rechtlichen Voraussetzungen, die „immer komplexer und diffiziler werden.“ Auch im Zusammenhang mit bestehenden Förderprogrammen, die Thomas Brutscher vorstellte. Der renergie-Allgäu-Fachberater nannte unter anderem das KfW-Förderprogramm 275, das die Neuerrichtung und Nachrüstung von stationären Speicheranlagen fördert; das 10 000-Häuser-Programm mit seinem Angebot für effizienzsteigernde Maßnahmen; den „Umweltbonus Elektromobilität“ der BAFA und die Zuschüsse des Bayerischen Wirtschaftsministeriums für den Ausbau der Lade-Infrastruktur.

Gerade hier herrsche in Deutschland noch großer Nachholbedarf, wussten Dr. Jürgen Kölch, Entwickler bei der EVA Fahrzeugtechnik, und Dr. Clemens Dannheim von der Münchner Objective Software zu berichten. Neben unterschiedlichsten Ladekabeln führt Kölch bei längeren Fahrten nach wie vor bis zu 70 Abrechnungskarten verschiedenster Stromanbieter mit sich, weil es nach wie vor viel zu wenige und nicht standardisierte Tankstationen gibt. „Die Infrastruktur passt nicht zum Stand der Technik“, bestätigte Dannheim. Lasergesteuerte Parkleitsysteme, digitalisierte Verkehrshinweise übers Autodisplay oder vernetzte Ampelschaltungen seien längst möglich – und auch nötig, um die smarte Mobilität der Zukunft ressourcen- und zeitsparend zu gestalten. Teilnehmer hinten klein

„Umweltbewusstsein“ und „Spaß an der neuen Technik“ führte Friedemann Bay, Direktor im Innovationscluster Connected Mobility von Bosch, als wichtigste Gründe für den Umstieg auf ein E-Fahrzeug an. Entsprechend effizient und komfortabel müsste die Technik sein: Ein individualisiertes Energie-Management-System steuert zuhause den Tankvorgang mit Strom aus der eigenen PV-Anlage und spezielle „Charging Apps“ sorgen für möglichst einfach und einheitliche Anwendungen an öffentlichen Ladesystemen. Auch für die e-mobile Infrastruktur am Arbeitsplatz bietet Bosch ein Paket an von der Beratung über Aufbau, Betrieb, Wartung bis hin zur Abrechnung.

Jakob Bitner, Geschäftsführer des jungen Münchner Start-Up-Unternehmens „VoltStorage“, stellte die Vanadium-Redox-Flow Technologie als „langlebige, sichere, effiziente, günstige und umweltfreundliche“ Alternative zur Ionen-Lithium-Batterie vor. Der pumpenbetriebenen Batterie mit flüssigem Elektrolyt-Kern werden 20 Jahre Lebensdauer und 10 000 und mehr Zyklen Leistungsfähigkeit bescheinigt. Knapp 7000 Euro kostet die kühlschrankgroße Batterie mit mit 6,8 kWh Kapazität und 3,6 KW Leistung, die derzeit nur über den Online-Shop angeboten wird.

Das Betzigauer Unternehmen KE-TEC hat sich als nicht nur als Tester und Spezial-Transporteur von Batterien einen Namen gemacht, sondern auch als Entwickler von individuellen Prototypen. Geschäftsführer Roland Weixler stellte verschiedene Beispiele von Großraumspeichern vor: Mal werden auf Vorrat produzierte Austauschbatterien zu einer Art lebenden Ersatzteil-Speicher kombiniert, dann gibt es die Speicher aus gebrauchten Alt-Batterien, die hier einer effizienten Zweitverwertung zugeführt werden oder Anlagen aus preisgünstig, weil in großer Stückzahl automatisiert gefertigten Autobatterien.

Lösungen für den Hausgebrauch präsentierte schließlich Christoph Nitsche von Solarwatt aus Dresden. Sein Angebot „My Reserve Matrix“ umfasst PV-Anlagen und Batterie, deckt also die Energie-Palette von der Erzeugung übers Smart Management bis zur Speicherung ab. Dabei legt sein Unternehmen großen Wert auf modulare Lösungen, sprich nach Bedarf erweiterbare Batterien mit einem eigenen Management-System. Ein Sleep-Modus während schneereicher Wintermonate sorgt für niedrige Eigenverbrauchswerte, ein langsames Ladesystem, das den Moment der Vollladung möglichst nah an den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs rückt, soll die Langlebigkeit der Batterie garantieren. Und die physikalische Trennung von Monitoring und Betrieb verspricht laut Nitsche „100prozentigen Schutz vor Hacker-Angriffen.“

In welcher Form auch immer – Speichertechnologie ist und bleibt ein wesentlicher Baustein auf dem Weg hin zur Energiewende. Renergie Allgäu wird darum auch im kommenden Jahr wieder einen Fachtag zu diesem Thema veranstalten und kompetente Experten für einen konstruktiven Gedanken- und Informationsaustausch zusammen bringen.



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